Gesundheitscoaching | Yoga & Pilates| Ulrich Lehmann
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Was ist Gesundheitscoaching?

In der modernen Leistungsgesellschaft hat der Coachingbegriff zunächst Eingang gefunden in der Welt des Spitzensportlers, um diesen punktgenau auf die von ihm selbst zu erbringende Leistung im Wettkampf vorzubereiten. Seit den 90er Jahren ist dieser Begriff sukzessiv von der Businesswelt übernommen worden, und meint dort die fachliche und emotionale Unterstützung von Führungskräften durch einen speziell dafür ausgebildeten Solidarpartner.

 

Da der Begriff “Coaching” aber zunehmend als Metapher für nahezu beliebige Zwecke der Personalentwicklung (v.a. Schulungen bzw. Seminare) verkommt, ist es wichtig zu spezifizieren, was hier gemeint ist. Die in der Businesswelt verwendeten Begriffe möchte ich weitgehend meiden, weil sie sehr stark mit der kommerziellen Egozentrierung und philologischen Volksverblödung verbunden sind.

 

Hier steht die gesamte Persönlichkeit im Zentrum der Interaktion mit den beruflichen Herausforderungen, den persönlichen Wünschen und Zielen und den daraus erwachsenen Problemen und Chancen. In diesem Feld gilt es, die Selbstgestaltungspotenziale einer Führungskraft zu entwickeln, zu erhalten oder wieder zu gewinnen. Eine entscheidende Rolle dabei spielt der Gesundheitszustand des Klienten. Denn ein unachtsamer Umgang mit der eigenen Gesundheit steht in starker Korrellation mit einem langfristigen Nachlassen der selbsttypischen Gestaltungspotenziale. Dieser persönliche Zuschnitt kann also nicht durch eine irgendeine Weiterbildungmaßnahme geleistet werden, sondern nur durch eine kontinuierliche und hoch vertrauliche Beratung bzw. Betreuung des Individuums.

 

Problemlinderung, Prävention (z. B. Schutz vor burn-out) und Potenzialentwicklung sind 3 wesentliche Anwendungsfelder des Coaching und lassen sich deshalb gut unter dem Begriff “Gesundheitscoaching” zusammenfassen.

 

Es sei darauf hingewiesen, dass nur wenige Coachinganbieter ihr Menschenbild kritisch hinterfragen. Weder reflektieren sie ihre anthropologischen Überzeugungen, noch ihre erkenntnistheoretischen Positionen. Dies sind jedoch entscheidende Prämissen für jegliche Methodenanwendungen, für die es wiederum eines ausreichend breiten Methodeninventariums bedarf. Ein großes Vorbild für die philosophische Vorarbeit auf diesem Gebiet stellt für mich Hilarion Petzold mit seiner “Integrativen Therapie” dar, auf den sich auch andere ernstzunehmende Coaching-Institute und WissenschaftlerInnen beziehen.